Vegane Ernährungs- und Lebensweise aus ethischer Überzeugung im Sinne des Tierwohls gilt seit der Namensprägung 1944 als logische Vollendung des Vegetarismus, seitdem Philosophie und Leitsatz mit stetigen Definitionserweiterungen. Doch geht bei „strengen Vegetariern“ auch Liebe nachhaltig durch den Magen? Eine aktuelle empirische Studie beschäftigt sich mit der Frage, ob Veganismus selbst zur sexuellen Anziehungskomponente wird.
Vegane Lebensweise in Selbstbild und Partnerschaft
In einschlägigen Online-Foren wird derzeit heiß diskutiert – Gegenstand ist eine groß angelegte überregionale Vegan-Umfrage von 2025 des deutschen Informationsportals Vegan.eu in Kooperation mit der Dating-Plattform „Gleichklang“ zum Thema Vegansexualität, beauftragt und geleitet von Psychologe Dr. Guido F. Gebauer. Die Resultate belegen eindrucksvoll, dass der Faktor sexuelle Anziehung mitnichten nur eine weit verbreitete Randerscheinung ist, sondern eine reale Präferenz innerhalb Beziehung und Partnerschaft darstellt. Veganer:innen erleben demnach eine höhere sexuelle Erfüllung und Beziehungszufriedenheit mit gleichfalls veganen Partner:innen. Die evidenzbasierte Untersuchung erbringt den statistischen Nachweis, dass das Phänomen einer beziehungsbezogenen Strategie für nachhaltige und gleichberechtigte Lebensweisen psychologisch verbrieft und wirksam ist. Vegane Ernährung ist fundamental in der ethischen Überzeugung verankert und somit wesentlicher Teil der persönlichen Identität, die eben auch die Partnerwahl beeinflusst.
Verhaltenspsychologie und Sexualwissenschaft beschäftigen sich zunehmend mit neuen gesellschaftlichen Sichtweisen, vielfältigen Rollenbildern und geschlechtlichen Orientierungen, die oftmals im sozialen Kontext und digitalen Umfeld entstehen – Dating-Plattformen spielen dabei eine wesentliche Schlüsselrolle, da Präferenzen und Selbstbeschreibungen explizit begrifflich formuliert werden. Doch impliziert Veganismus bloße geschmackliche Vorliebe oder tiefgreifende vegansexuelle Fokussierung? Womöglich erhebt sich das jüngste Studienergebnis zum Lehrmodell, das auf breiter Front Schule macht, weil es vornehmlich dazu auffordert, die sozioemotionale Grundhaltung selbstkritisch zu überdenken.
Fleischkonsum ist beziehungsrelevant unsexy
Nach Auswertung der fundierten Online-Datenerhebung wird klar: 14 – 27 % der befragten 2.100 erwachsenen Veganer:innen weisen eine konsistent und substanziell ausgeprägte vegansexuelle Präferenz auf – Veganismus katapultiert sich zur Triebfeder, zur mehrdimensionalen sexuellen Anziehungskomponente auf Fantasie- und Verhaltensebene. Die 24-Items-Komponentenanalyse behandelte Fragen zur sexuellen Ausrichtung, zu partnerschaftlicher Interaktion und Wohlbefinden mit Parametern wie Alter, Geschlecht, Wohnsitz, Bildungsstand und digitalem Rekrutierungskanal. Vegansexualität ist nachweisbar kein Modeattribut oder identitätspolitisches Selbstetikett, sondern ein psychologisch relevantes, quantitativ messbares Präferenzmuster, welches eminent in das private Beziehungsglück eingreift.
Kein Einzelfall, aus Grundsatz vegan lebende Menschen empfinden Fleischgenuss und den Konsum von Tierprodukten beim Gegenüber als abstoßend, ein Aspekt, der auch körperlich Abwehr und unangenehme Anspannungen auslöst. In der Betrachtung der praktischen Beziehungsrelevanz werden alternative Neigungen und konventionelle sexuelle Vorlieben keinesfalls ausgeklammert. Dr. Gebauer betont: „Inhaltlich soll Vegansexualität klassische sexuelle Orientierungen wie heterosexuell, homosexuell oder bisexuell nicht ersetzen, sondern ergänzen.“
Quellenverweis: Vegan-2025-Umfrage von vegan.eu und Gleichklang
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