Die Pachydermie oder Elefantenhaut ist eine übermäßige flächenhafte Haut- und Schleimhautverdickung oder -verhärtung. Wir beleuchten die seltene hypertrophe Hautkrankheit, gekennzeichnet durch überproportionales Wachstum des stützenden Bindegewebes.
Sekundäreffloreszenz und hypertrophe Hautkrankheit
Das Krankheitsbild Pachydermie, auch Pachyderma, umgangssprachlich Elefantenhaut genannt, zählt zur Gruppe der Sekundäreffloreszenzen und ist eher selten anzutreffen. Der Fachbegriff für Pachydermia laryngis (Kontakt-Ulcus), lokalisiert an der Epithelschicht der Stimmbänder des Kehlkopfes, wurde 1887 erstmals vom deutschen Mediziner und Pathologen Rudolf Virchow geprägt. Übermäßige lederartige Verdickungen oder großflächige wulstige Verhärtungen der Haut und Schleimhaut, verursacht durch verschiedene Erkrankungen oder starke dauerhafte Reizungen, gehen hierbei einher mit einer abnormalen Proliferation normaler Zellen. Die hypertrophe Dermatose zeigt sich durch ein überproportionales Wachstum des stützendes Bindegewebes insbesondere bei Grunderkrankungen wie zellulärer Infiltration bei atopischem Ekzem, Fibrosierung bei systemischer Sklerose oder Ablagerung von Polysacchariden beim Skleromyxödem, einer schweren Form von Lichen myxoedematosus. Sekundär kann die Pachydermie bei chronischen Ödemen, Leukämie oder Elephantiasis auftreten. Darüber hinaus greift die wenig gebräuchliche Fachbezeichnung für Epithelhyperplasien als Vorstufe des Stimmlippenkarzinoms.
Fachspezifische Abgrenzung zur harmlosen Verhornungsstörung
Oberstes Ziel ist die Behandlung der Grunderkrankung – eine medizinische Anamnese ist unerlässlich bei extrem trockenen, faltig verdickten, verhornten und unangenehm juckenden Hautarealen, die Beschwerden verursachen. Der Dermatologe diagnostiziert mithilfe Sichtbefund, Ultraschall oder Hautdichtemessung, um schwerwiegende Erkrankungen von Epidermis, Schleimhaut und Drüsengewebe auszuschließen. Zudem liefern Blutanalyse und Biopsie wichtige Erkenntnisse zur Krankheitsgeschichte.
Im Gegensatz zur abnormen Hypertrophie sind harmlose Verhornungsstörungen infolge intensiver mechanischer Beanspruchung in Selbstmedikation gut behandelbar. Vermehrtes lokales Hornhautwachstum und oberflächliche Schwielenbildung, ausgelöst durch wiederkehrende Entzündungen, dauerhaften Druck und übermäßige Hautreibung an Ellenbeugen, Knien, Handflächen, Fußsohlen und Kopfhaut können auch ein Hinweis auf chronische Hauterkrankungen wie Neurodermitis und Psoriasis oder Kontaktallergien auf chemische Reizstoffe, Metalle oder aggressive Reinigungsmittel sein. Generell empfiehlt sich bei physiologischen Fehlsteuerungen der epidermalen und dermalen Funktion eine salz- und fettarme Frischkosternährung und die topische Gesichts- und Körperpflege mit hypoallergenen, parfüm- und duftstofffreien Spezialpräparaten ohne ätherische Öle, beispielsweise mit Urea, Squalan und marinen Wirkstoffen. Ausgeprägte Pachydermie wird unter Berücksichtigung der vorliegenden Grunderkrankung medikamentös therapiert; schwere Formen und fortgeschrittene Entwicklungsstufen werden operativ behandelt.
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