Das Special Interest-Leserthema „Longevity“ ist unser Lifestyle-orientiertes Monats-Feature in Claudias Beauty-Talk N°21. Magazinherausgeberin, Kosmetikfachfrau und Visagistin Claudia Rakow konzentriert sich auf die jüngsten Erkenntnisse aus der globalen Langlebigkeitsforschung.
Longevity – der Wunsch nach ewigem Leben
Langlebigkeit, aus dem Lateinischen abgeleitet von „longaevitas“, gleichbedeutend mit Ewigkeit, Unvergänglichkeit, wird hierzulande im Kontext von Erkenntnissen und Strategien zur Verlängerung der Lebenszeit begrifflich aufgefasst. Longevity als geflügeltes Wort hält schon längst Einzug im alltäglichen Medizingebrauch, in der Kosmetik- und Nahrungsergänzungsindustrie sowie der Wellness- und Fitnessbranche und wird aufgrund der vielseitigen Bedeutung nicht selten überstrapaziert und zusammenhanglos für angebliche Jungbrunnen-Wundermittelchen missbraucht. Fakt ist, es geht um Qualität und Quantität von Lebensjahren bis ins hohe Alter und somit auch um die allgemeine Verbesserung der Gesundheit und Verlängerung der Lebensspanne.
Im Fokus steht der menschliche Alterungsprozess, Gegenstand umfangreicher Studien und Untersuchungen von zellulären und molekularen Mechanismen. Mittlerweile hat sich daraus ein eigenes Wissenschaftsgebiet entwickelt: die Langlebigkeitsforschung. Weltweit renommierte und seriöse Fachexperten wie Frank Madeo oder Steve Horvath beschäftigen sich intensiv mit den Einflüssen und Wechselwirkungen von Genetik, Lebensweise und Ernährung. David A. Sinclair, australischer Biologe und Professor für Genetik mit Schwerpunkt Epigenetik und Sirtuine, gilt als Pionier der epigenetischen Medizin und durchaus kontrovers diskutierter Begründer der globalen Longevity-Welle. Dessen 2019 veröffentlichtes Buch „Lifespan“ ist der wohl einflussreichste Longevity-Bestseller der Neuzeit.
Länger-jung-Mechanismen als weltweiter Forschungsgegenstand
Langlebigkeit ist weit mehr als ein kurzlebiges Lifestyle-Phänomen, denn die fieberhafte Suche nach Erkenntnissen zum ewigen Leben treibt alle an und hat sich inzwischen zum lukrativen Milliarden-Dollar-Geschäft hochgeschraubt. Ob nun mediale Dauerthemen wie die Blue Zones-Demographie, vielversprechende Novel Food-Wirkstoffe wie NMN oder Spermidin als Autophagie-Induktor – im wechselseitigen Wissensaustausch wird auf internationaler Ebene kräftig multidisziplinär geforscht, um die epigenetische Uhr zurückzudrehen. Dabei spielen maßgebliche Schlüsselfaktoren wie Ernährung, Bewegung, Schlafqualität, Umweltaspekte, Körperhygiene, psychisches Wohlbefinden sowie ausreichende medizinische Versorgung eine übergeordnete Rolle als wesentliche verhaltensabhängige Einflussgrößen im biologischen Alterungsprozess. Untersucht man die komplexen natürlichen Alterungsmechanismen, sind aus heutiger wissenschaftlicher Sicht hauptverantwortlich: Veränderung epigenetischer Funktionsprozesse, genomische DNA-Mutationen, fortschreitender Telomere-Abbau, mitochondriale Fehlfunktionen, Zunahme inflammatorischer Reaktionen, deregulierte zelluläre Nährstoffsensorik, Beeinträchtigung der Verwertung von Zellbestandteilen und Abbau von degenerierten Proteinen (Autophagie), verminderte interzelluläre Kommunikation und ein gestörtes Darmmikrobiom.
Eine Beauty-Kur gegen das Altern?
Neben dem individuellen Lebensstil und äußeren Einflüssen machen etwa 10 bis 30 Prozent genetische Merkmale den Unterschied im menschlichen Alterungsprozess. Für den Anstieg der Lebensdauer sorgt nachweislich eine sportaktive und gesundbewusste Lebensweise mit empfehlungsgemäß mediterraner Ernährung, moderatem Kaffeekonsum, wenig Alkohol, Lebensmitteln wie Olivenöl, Pilzen und Hülsenfrüchten, insbesondere grünem Gemüse, und die Rückbesinnung auf Adaptogene, sanfte pflanzliche Stressregulatoren. Antioxidative Flavonoide wie Quercetin entfalten entzündungshemmende Eigenschaften mit antiallergenem Potenzial und sollen zudem die Zellteilungsrate positiv beeinflussen.
In kosmetischen Longevity-Produkten mit hautgesunden Pro Youthing-Effekten kommen Formulierungen aus pflanzlichen Stammzellen, Prä-, Pro- und Postbiotika, Bio-Peptiden, Phyto-Kollagen, exotischen Superfoods und nährstoffreichen Mikroalgen zum Einsatz. Zur messbaren Hauttransformation im Einklang mit der Chronobiologie auf der Grundlage bahnbrechender medizinischer Erkenntnisse verhelfen smart programmierte Wirkstoffeinkapselungen bei NOBLE PANACEA, gegründet von Nobel-Preisträger Sir Fraser Stoddart, oder zellverjüngende Regenerationsmechanismen bei der hochkarätigen deutschen Doctor Brand Augustinus Bader Cosmetics. YOUTHSHOTS by Dr. Fach aus Düsseldorf inkludiert erstmals eine patentierte Telomere-Schutzfunktion in Cosmeceuticals und Dermatologin Dr. Susanne von Schmiedeberg setzt bei ihrer gleichnamigen nordrhein-westfälischen Kosmetikmarke auf topische L-Carnosin-Infusionen gegen die alterungsbegünstigende Zellverzuckerung.
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