Das ist ja echt ’ne Wucht in Flaschen – ART BRÜT prescht tollkühn voran, im Gepäck reichlich Stoff für Weltschmerz-Arien. Die 2024 eröffnete Berliner Indie-Duftschmiede von Gründer und Kreativdirektor Daniel Matousek spiegelt vielschichtige Lebenserfahrungen als stillen Akt des Widerstands. Mal bissig komisch, mal gewaltig eruptiv, doch nie handzahm, und adressiert an alle, die zu oft auf dem Trockenen sitzen.
Ein Hoch auf die Unvernunft
ART BRÜT ist die facettenreiche Berliner Essenz herb gereifter Aromadestillation. Drei abgebrühte, machtvoll gegen den Strom schwimmende Duftkunstbanausen aus der Hauptstadt, Frontmann Daniel Matousek, Carlo von Lintel und Jan-Holger Arndt, sind die intellektuellen Köpfe hinter der 2024 gegründeten Boutiquemarke. Mit kindlicher Neugier, ausgelassenem Schabernack und einem großen Schuss Ironie lädt das sinnsuchende Triumvirat zum unkonventionellen Umdenken ein, denn die derzeit acht Unisex-Kreationen verstehen sich als rebellische Ausgeburt subkultureller Strömungen, Projektionen vielschichtiger Lebenserfahrungen, gespickt mit trockenem Witz und weltstädtischer Allure.
Eingerahmt von Filmplakatdesign und expressiver Hochglanzmagazinoptik, fordert querversetzt aus der Reihe tanzende Typografie dazu auf, Eingefahrenes spontan zu hinterfragen. Im Sog der olfaktorischen Anziehung treiben die handgemachten Fine Fragrances mit 30 Prozent Reinölanteil ihr hinterlistiges Spiel mit Bigotterie und gesellschaftlichen Normen, keine leichte Kost für notorische Wegwerfprädikat-Anhänger. Die rohen und unangepassten Parfüm-Extraits im figurativen Flakon-Dress mit wolkenweißen Verschlusskappen eint die Begeisterung für kreatives Handwerk, erschaffen in Zusammenarbeit mit der Duftwerkstatt Flair Paris und der familiengeführten süddeutschen Kosmetikmanufaktur Dirnberger Mühle.
Freudig klopft das kindliche Entdeckerherz
Exemplarisch lauert GERMAN ANGST hinter vorgehaltener Hand mit neidvollem Blick auf Nachbars grünen Schrebergarten. Der aromatische Fougère-Cocktail, musikalisch unterlegt von Post-Punk-Idol Rocko Schamoni & Mirage, thematisiert kleinbürgerliche Furcht vor Wandel als starres Festklammern an das Bequeme. „Was kostet die Welt“ insistiert der laute Weckruf zum Regelbruch mit Bergamotte, Mandarine, Pfeffer, Wacholder, Feige, Elemi-Harz, Pfefferminze, Patschuli, Kaschmirholz, hellen Edelhölzern und animalischen Noten. Auf der Sound-Playlist von WELTSCHMERZ steht zuoberst „Into my Arms“, eine Liebesballade aus der Entzugsklinik, geschrieben von Nick Cave und performt zur Trauerfeier von Rock-Charismatiker Michael Hutchence. Der bittersüße Erkenntnisträger aus dem Formelarchiv von Camille Chemardin kleidet sich in einen weinerlichen Deckmantel aus Selbstmitleid, ein letzter rührseliger Absacker mit holzig-fruchtiger Würze von Pfirsich, Zimt, Nelke, Elemi, Labdanum Absolue, Whiskey, Ylang-Ylang, Rose, Honig, Tabak, Vanille, Atlas- und Virginiazedernholz.
Begleitet von punkigen Elektrobeats des Münchner Musikkunstensembles Chicks on Speed, taucht ÜBERMUT kopfüber in „Kaltes klares Wasser“. Die grün-salzige, metallisch-kühle Indie-Kreation von Nase Margaux Le Paih Guerin will raus aus der behaglichen Komfortzone am Beckenrand und wagt einen befreienden Hechtsprung mit Schraubensalto, der zum Standing mit Bestnote gerät. In Zeitlupe brechen prickelnde Akkorde von Champagner, Meeresalgen, Feuerstein, Engelwurz, Galbanum, Gurke, Ambroxan, Davanablüte, Sandelholz und Wildleder ungestüm gegen die Außenbande.
ART BRÜT ist europaweit in ausgewählten Concept Stores, Top-Parfümerien und im Markenshop direkt zu beziehen.
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